Gespeichert unter: Neue Maier-Lyrik — September 21, 2017 @ 12:03

Angst vor der Angst? (Kommentargedicht zu Barbaras “Morgengespräch”*)

Lass mich mal für die Angst Partei ergreifen:
Wie sollen wir die Welt begreifen,
wenn wir in alles nur reinstolpern?
Den wicht’gen Warner übersehn,
uns nur erschrecken vor dem Holpern
und ungewarnt nur weitergehn?
Die Panik, ja die soll’n wir meiden,
die lähmt uns nur, hindert das Denken.
Nein, wohl vertrauen wollen wir bescheiden
auf die Vernunft, die soll uns lenken,
soll unsrem Leben Würze schenken
genug, jedoch nicht gar zu viel.
Nicht Unfug soll das Leben sein, nein: Spiel!

*Siehe https://silberperlen.wordpress.com/2017/09/15/morgengespraech/

Gespeichert unter: Allgemein, Neue Maier-Lyrik — September 18, 2017 @ 1:16

Mein Alptraum

Erst wenn die Sonstigen zusammen
bei der Wahl zum Bundestag
die 30-Prozent-marke überschreiten,
merkt die SPD,
dass sie nicht genügend
aus ihren Fehlern gelernt hat.

Gespeichert unter: Neue Maier-Lyrik — September 16, 2017 @ 5:48

Den Titel gibt’s als Merksatz erst am Schluss

Hast du zehn Schwarze getroffen
hier im schwäbischen Städtchen Stuttgart?
Sind nicht sieben davon Überlebende?

Kaum fünfzig Demonstrant*innen waren da*,
gegen die Kriminalisierung
der Seenotretter jener sieben
einzutreten.

Es gibt ein Flüchtlingsproblem, jawoll!
Das der Flüchtlinge …

Merke:
Seenotrettung ist kein Verbrechen.

*Die Polizist*innen habe ich nicht mitgezählt

Gespeichert unter: Allgemein — September 14, 2017 @ 9:36

Da capo al Fine?

Hiermit endet meine England-Serie.
Dies war mein erster Beitrag: http://www.maierlyrik.de/blog/2017/09/03/8805/
Von dort aus kommt man durch einen Klick jeweils rechts oben weiter zu den nächsten Beiträgen. Viel Vergnügen!

Gespeichert unter: Neue Maier-Lyrik — September 13, 2017 @ 12:39

Urlaubssplitter

Der Himmel über Cumbria:
Nebel schickt er herab,
das Treiben hier unten
zu erkunden.

Mal zeigt er sich blau bepunktet,
lässt endlich die Sonne hindurch,
durch ziehende Wolken und
meint es dieses Mal nicht schlimm,
auch wenn er Regen schüttet
auf die Grünpalette,
den Boden aufweicht,
so dass die Wohnwagen
und die Campingbusse
im Morast versinken müssten,
ließen vorsichtige Farmer
auf ihren Campingplätzen sie zu.
Wenn der Traktor stark genug ist,
kann er den einen oder andren
ja herausziehen
aus dem Schlamm-massel.

Was aber wäre Cumbria
(das ‘u’ spricht man als ‘u’ hier)
ohne Tourismus?
Ein abgelegener Ort,
wo ein Wordsworth
die reine Natur emporheben könnte
zu metaphysischen Höhen?

Gespeichert unter: Allgemein, Neue Maier-Lyrik, Theorie der Lyrik — September 12, 2017 @ 4:52

Lyriküberlegungen beim Grasmere und Rydal Water

Fahrrad und Fels,
Glockenblumen, fest verwurzelt,
Wolken, die ziehen:

Solches ins Gedicht zu heben.
lieber Dichter,
würde gerne dir Wordsworth erlauben
(er stand ja im Austausch mit manchem).
Gut heißen würde er es,
sich freuen,
dieses Alltägliche erhaben zu sehen
(hier sage ich nicht nur „erhoben“).

Beim Auto, das die Täler
erfüllt mit Dauerlärm,
wäre das wohl etwas Andres.
Zum einfachen Leben gehörend
(plain living)
würde er es
wohl nicht gelten lassen -
nimmer! -
(wenn er es kennen würde heute;
der Eisenbahn stand er dann später ja
sehr kritisch gegenüber:
„Gibt es denn keinen Winkel mehr
in diesem Land, der sicher ist
vor unbedachten Übergriffen?“*)

High thinking war für ihn was andres;
auch dann noch, als er Herr war
über Rydal Mount.

*William Wordsworth Die Kendal- und Windermere-Eisenbahn Zwei Briefe Reprint aus der Morning Post, nachgesehen und ergänzt KENDAL: gedruckt von Branthwaite und Sohn [1844] ins Deutsche übertragen von Dietrich H. Fischer1 1995 Hier: Sonett über die geplante Kendal-Windermere-Eisenbahn
(http://william-wordsworth.de/pdfs/MorningPostLetters.pdf) !

Gespeichert unter: Allgemein, Janka-Sammlung, Neue Maier-Lyrik — September 11, 2017 @ 3:19

Lake?*

Einen einzigen Lake gibt es,
jedenfalls bestimmt im Lake District:
Wir haben ihn nur von der Ferne gesehn:

Bassenthwaite Lake heißt er (einst Bassenwater :D ) .
Die andern heißen Mere, Water oder Tarn.

*ein Janka

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Lake District

Die Seen hatten’s uns angetan:
Wastwater, Derwentwater, Ullswater,
Elterwater und Loughrigg Tarn,
Windermere, Thirlmere.
Grasmere und Rydalwater.
Neun nur von rund tausend.

Sie und/oder ihr Umland
haben wir erfahren,
auch im uralten Sinn.
Befahren haben wir
mit dem Schiff das Ullswater.
Erwandert haben wir einiges.
Den Grasmere und das Rydal Water
haben wir auf den Spuren
von William Wordsworth
umrundet.

Wir waren
im Lake District.

Gespeichert unter: Allgemein — September 11, 2017 @ 12:26

Ergänzung

Erwähnt werden soll so zwischendurch, dass wir von Hull aus zuerst nahe bei den Klippen von Bempton campiert hatten und dort die Gannets kennengelernt haben: Vögel, die besonders hier in großer Zahl nisten: Vögel, die im Erwachsenenstadium eine Flügelweite von fast 2 Metern erreichen können. Für die Puffins (Papageientaucher) waren wir zu spät dran im Jahr.

Nach dem Haworth-Besuch waren wir auf dem Campingplatz der Cumbland-Farm ganz im Westen des Lake Districts und besuchten dort Ravenglass mit seiner Küste und einem antiken römischen Badehaus und auch das Wastwater - unseren ersten See des Lake Districts. Auf der Cumbland-Farm waren wir übrigens praktisch in Sichtweite von SELLAFIELD (Das bemerkten wir erst spät - huhu!!!)

Gespeichert unter: Neue Maier-Lyrik — September 9, 2017 @ 12:57

Victoria

Tausend Grashalme im Blick.
Jeder trägt noch Wassertropfen
vom letzten Regen auf sich.
Sie vereinen sich zu einem Funkelgewirr.
Sich drein zu verlieren laden sie ein:
Einzutauchen in eines
der zum Phänomen kristallisierten
eigenartig fremden Kosmos-Ereignisse
ist unausweichlich geworden.
Die Bronte-Schwestern lassen grüßen.

Gespeichert unter: Allgemein, Janka-Sammlung, Neue Maier-Lyrik — September 7, 2017 @ 6:40

Dichterinnen

Dichterinnen (ein Janka) [Siehe: http://www.maierlyrik.de/blog/der-janka/]

Schon mal von Haworth was gehört,
vom dichtenden Schwesternterzett gar
aus dem erst halben vorletzten Jahrhundert?

Dichten war damals wohl ganz in der Regel
Frauensache noch nicht; doch bei den Brontes!

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Allerdings veröffentlichten sie, Charlotte Brontë, Emily Brontë und Anne
Brontë, ihre Werke zuerst unter männlichen Pseudonymen. Wir besuchten das Haus, in dem sie den größten Teil ihres Lebens verbrachten: in dem damaligen Pfarrhaus in Haworth in Yorkshire (ihr Vater war dort Pfarrer).

Emily Brontë veröffentlichte als einzige einen bisher wirklich bekannt gewordenen Roman: Wuthering Heights (Sturmhöhe).

Siehe auch: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschwister_Brontë