Moderne Ehrlichkeit
Besonders ehrlich
ist heutzutage
ein Minister,
wenn er nach begangener
Grausamkeit
sich entschuldigt
für den ungünstigen
Zeitpunkt,
zu dem diese Grausamkeit
ruchbar wurde.
Besonders ehrlich
ist heutzutage
ein Minister,
wenn er nach begangener
Grausamkeit
sich entschuldigt
für den ungünstigen
Zeitpunkt,
zu dem diese Grausamkeit
ruchbar wurde.
Verwaist mühen wir uns,
arbeiten dienstbeflissen
für die mühelosen Erben,
ererben nur Mühen,
nicht das Erbe der Mühen.
Waisenkinder mühen sich
um die Brosamen der Erben.
Eigene Arbeit macht nicht frei,
nur die der andern,
die wir beerben
ohne Mühe und Not.
Eigene Arbeit bringt Brot
- manchmal -
aber keinen Fasanenbraten.
Marx und Engels
fielen auf Luther rein:
Arbeit bringe das Paradies
für die Arbeitenden.
Aber Knechte
sind keine Herren.
Alles andre ist Lüge.
Sie sind vertrieben
aus dem Paradies
der freien Tätigkeit.
Aber nur Taten
bringen die Menschheit voran.
Dieses Jahr werden es 120 Jahre werden, dass Clara Zetkin nach Sillenbuch kam, heute ein Stadtteil von Stuttgart. Hier war sie Herausgeberin der Frauenzeitschrift Die Gleichheit.
Clara Zetkin war sozusagen die Erfinderin des Weltfrauentags (erstmals 1911 gefeiert) - damals 1910 als Mitglied der SPD, die sie später zumindest auch wegen der Kriegskredite, denen die SPD zustimmte, schließlich verließ. Schon länger war sie mit Lenin persönlich befreundet, den sie anlässlich des Internationalen Sozialistenkongresses in Stuttgart kennengelernt hatte. Bevor sie Deutschland nach der Machtergreifung Hitlers endgültig verlassen musste, war sie 1932 als KPD-Abgeordnete Alterspräsidentin des Reichstags gewesen.
Mit ihrer folgenden Kritik ging sie schon 1889 über die Forderungen der bürgerlichen Frauenbewegung nach Frauenwahlrecht, freier Berufswahl und besonderen Arbeitsschutzgesetzen für Frauen hinaus:
“Das Stimmrecht ohne ökonomische Freiheit ist nicht mehr und nicht weniger als ein Wechsel, der keinen Kurs hat. Wenn die soziale Emanzipation von den politischen Rechten abhinge, würde in den Ländern mit allgemeinem Stimmrecht keine soziale Frage existieren. Die Emanzipation der Frau wie die des ganzen Menschengeschlechtes wird ausschließlich das Werk der Emanzipation der Arbeit vom Kapital sein.”
Trotzdem oder ergänzend muss zum Weltfrauentag auch an die Leistung von Hedwig Dohm noch einmal erinnert werden.
Kann ich es wirklich wagen
Euch zu sagen,
was mir heute
widerfuhr,
liebe Leute?
Wir hatten Gäste heute Abend
zum Abendessen, alle sich labend
am guten Schweinebraten,
der mir gut geraten.
Was ich dann nachher im Fernsehn erfuhr?
S’ist wirklich kein Scherz, nein gar nicht die Spur:
Heute war, ich kann es kaum glauben,
der “Tag des Schweinebratens”
- den Glauben
an die Macht des Schicksals
lass ich mir nun nie mehr rauben.
Bruni hatte den richtigen Durchblick:
Es ist nicht zu glauben,
wie es dem Kichern gelang,
seinen Weg zu finden
durch des Winters Gesang,
in gute Stuben
und duftende Küchen,
pfeilgerade zu
Schweinebratengerüchen …
Mats Bähr ist jetzt Blogger ( http://missamok.wordpress.com/ ). Ich empfehle ihn als solchen Eurem Zuspruch. Hier ist mein Kommentar zu einem seiner ersten Posts (In dem Kommentar beziehe ich mich auch auf seine Selbstvorstellung):
Hallo, lieber Miss-Amuk, wenn ich Dich einmal so nennen darf: Den blindwütigen Amoklauf vermeidend, indem Du Deine Gedanken zu ordnen versuchst. Dem “Wunsch nach Ordnung und Struktur in dieser Welt” widmest Du mindestens einen Teil Deiner Anstrengung; und das ist ja gut so, glaube ich. Aber außer Realität und Chaos gibt es ja auch die Fantasie; und die ist weder das eine, noch das andere ganz. Sie ist eine dritte Instanz, die es ermöglicht, neue Welten zu schaffen - wie Adorno das fordert: als Alternativen zu dieser Welt des Chaos und der schnöden Realität (wie ich das mal ausdrücken will).
Dass Dir dieser Kampf mit den Gegebenheiten einen guten Sieg gewährt, das wünsche ich Dir und uns von Herzen.
Ich grüße Dich ganz herzlich zum Einstand in Deine Bloggerei.
Helmut
Außerdem möchte ich Euch - Z.B. soweit Ihr in der Gegend von Kiel anwesend sein könnt - noch einmal auf seinen Slam- Termin am 11. März aufmerksam machen, so wie er es selbst tut: http://missamok.wordpress.com/2010/03/06/this-is-how-you-remind-me/
Geht auf die Straße?
Solange die Mehrheit nicht zugibt,
dass sie falsch gewählt hat,
solange die Mehrheit
der heutigen Opposition
nicht zugibt,
dass sie früher die Wähler
durch ihre falsche Politik
dazu getrieben hat
falsch zu wählen,
können zu wenige
mit vollem moralischem Recht
auf die Straße gehen,
als dass sich was
änderte.
Kommentargedicht zu dem von Petros HIER angepriesenen Kabarettbeitrag
Dass früher alles anders war
Als wie es heute ist,
Das ist nicht wirklich sonderbar.
Nur eines das ist Mist:
Dass heute alles anders ist
Als ich es einst erlebt,
Macht dass sich so nach manchem Jahr
Die Stimmung gar nicht hebt.
Ich kaufe keine Lose, auch
keine Herbstzeit-Lose,
schon gar nicht
im beginnenden
Frühling.
Kommentargedicht zu “zeitnehmer” von 1943Karl
“Weil die Frauen Kinder gebären, darum sollen sie keine politischen
Rechte haben. Ich behaupte: weil die Männer keine Kinder gebären,
darum sollen sie keine politischen Rechte haben und ich finde die eine
Behauptung mindestens ebenso tiefsinnig wie die andere.”
Dieser Aphorismus wurde formuliert von Hedwig Dohm (1831-1919)
Er ist so logisch wie ironisch und ich freue mich, auf einen Film über Hedwig Dohm,
eine Biographie über sie und eine Ausstellung, die noch diesen Monat in Hagen beginnt, hinweisen zu können:
Der Film der FernUniversität in Hagen ist HIER zu finden.
Über die Ausstellung über Hedwig Dohm, ihr Werk und ihre Wirkung - ebenfalls von der FernUniversität Hagen organisiert (11.März bis 22. April) ist HIER MEHR zu erfahren.
Auf einer Hedwig Dohm Website ist auch eine BIOGRAPHIE zu lesen.
Ich falle nicht
in die Falle der Zeit,
die im Orkus verschwindet.
Hüüt halt’ ich’s mit der Ziit,
die mich nach vorwärts zieht.